Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Mainz profitieren seit vielen Jahren von der einzigartigen Forschungsinfrastruktur auf dem Campus der JGU: Die Elektronenbeschleuniger MAMI und zukünftig MESA für Präzisionsexperimente zur Struktur der Materie, der TRIGA Forschungsreaktor als Quelle für ultrakalte Neutronen, das PRISMA-Detektorlabor für die „In-House“-Entwicklung und Produktion innovativer Detektorkomponenten, der weltweit einzigartige vertikale Windkanal für Wolkenphysik-Experimente und nicht zuletzt die MOGON-Hochleistungsrechner für die Berechnung komplexer Probleme ermöglichen es, sehr anspruchsvolle Forschungsziele zu erreichen.

Herzstück der experimentellen Untersuchungen in der Kern- und Teilchenphysik ist das Mainzer Mikrotron (MAMI), ein Elektronenbeschleuniger für Energien bis zu 1,6 GeV. Die ausgezeichnete Strahlqualität von MAMI ermöglicht hochpräzise Streuexperimente mit dem Fokus darauf, Einblicke in die Details der aus Quarks und Gluonen bestehenden Substruktur von Hadronen zu bekommen – und so einen wichtigen Teil zur Aufklärung der inneren Zusammenhänge unseres Universums beizutragen. Aber auch die spannende Suche nach exotischen Teilchen, wie etwa dunklen Photonen, ist Teil des Physik-Programms.

Um sich voll und ganz Präzisionstests des Standardmodells im sogenannten Niederenergiebereich widmen zu können, wird aktuell der neuartige Beschleuniger MESA (Mainz Energy-recovering Superconducting Accelerator) entwickelt und aufgebaut. Das innovative Design der Energierückgewinnung sorgt für eine energieeffiziente Beschleunigung der Elektronen, sodass höchste Strahlintensitäten für die Forschung zur Verfügung stehen. Die geplanten Experimente zielen insbesondere darauf ab, verschiedene fundamentale Größen wie etwa den Protonenradius oder den Mischungswinkel der elektroschwachen Vereinheitlichung mit bisher unerreichter Präzision bei niedrigeren Energien zu vermessen. Solche Größen spielen eine wichtige Rolle bei der Antwort auf die Frage, bis zu welchen Grenzen die etablierte Theorie der Elementarteilchen gültig ist.

Der Forschungsreaktor TRIGA Mark II ist einer von nur zwei Forschungsreaktoren in Deutschland und wird entsprechend intensiv für Grundlagen- und angewandte Forschung in den Bereichen Kernchemie und Kernphysik, Neutronenphysik, chemische Analytik sowie in der medizinischen Forschung genutzt. Für hochpräzise Messungen der Eigenschaften des freien Neutrons werden derzeit am TRIGA Mainz zwei Quellen für sogenannte ultrakalte Neutronen betrieben. Damit ist die JGU eine der wenigen Institutionen weltweit, an der solche Messungen möglich sind.

Das PRISMA Detektorlabor fördert die Zusammenarbeit sowie den Erfahrungs- und Technologieaustausch innerhalb des Exzellenzclusters PRISMA+: Labore und Arbeitsplätze stehen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit unterschiedlicher Hardware-Expertise zur Verfügung und bieten allen eine gemeinsame Forschungsumgebung und Infrastruktur. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ermöglicht das Detektorlabor Zugang zu eigenen Speziallaboren, hochwertigen Geräten und zu Design-Software. Für die Prüfung und Charakterisierung von Detektoren und Elektronik stehen zudem die Elektronen- und Photonenstrahlen am MAMI und die Bestrahlungseinrichtung am TRIGA-Reaktor zur Verfügung.

Mit dem weltweit einzigartigen vertikalen Windkanal bringen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gruppe „Aerosol- und Wolkenphysik“ ein Stück Wolke ins Labor: Wolken- und Niederschlagsteilchen lassen sich im Windkanallabor in einer vertikalen Luftströmung schwebend unter nahezu atmosphärischen Bedingungen untersuchen. So lassen sich Rückschlüsse auf physikalische und chemische Eigenschaften dieser Teilchen ziehen sowie auf ihre Rolle in der Entwicklung von Wolken, Wetter und Klima.

Im Unterschied zu vielen anderen Wolkenphysiklaboren ist es am Mainzer Windkanal möglich, Eigenschaften und Interaktion von verhältnismäßig großen Teilchen wie Regentropfen und Hagelkörnern zu untersuchen. Solche Daten sind essenziell, um Modelle zur Wettervorhersage und die Interpretation von Fernerkundung weiter zu verbessern.

Das Zentrum für Datenverarbeitung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz betreibt Supercomputer, die es mit ihrer enormen Rechenkapazität Forscherinnen und Forschern ermöglichen, ihre anspruchsvollen Ziele zu erreichen – in verschiedensten Disziplinen wie Hochenergiephysik, Meteorologie, Lebenswissenschaften und vielen weiteren.

Die JGU ist neben der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität des Saarlandes Teil des länderübergreifenden Konsortiums des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) Süd-West. Der Verbund des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) stellt Rechenkapazitäten zur Verfügung und stärkt die Methodenkompetenz durch koordinierte Aus- und Weiterbildung der Nutzerinnen und Nutzer sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses. Am Standort Mainz erweitert das neue HPC-System MOGON NHR Süd-West nach MOGON I und MOGON II die Rechenkapazitäten des länderübergreifenden Konsortiums und steht Forschungsgruppen aus ganz Deutschland zur Verfügung.

Das Exzellenzcluster PRISMA+ erforscht Bereiche „neuer Physik“, die über das etablierte Standardmodell der Teilchenphysik hinausgehen. Als einzigartig gilt der Ansatz, innovative Präzisionsmessungen – insbesondere am neuen Beschleuniger MESA (Mainz Energy-recovering Superconducting Accelerator) – und führende Beteiligungen an internationalen Großexperimenten mit theoretischen Berechnungen zu kombinieren: Das breitgefächerte experimentelle Programm wird durch modernste und hoch innovative Berechnungen der theoretischen Physik komplettiert.

Ein Sonderforschungsbereich (SFB) ermöglicht die Bearbeitung umfassender Forschungsvorhaben durch Bündelung der in einer Universität vorhandenen Kräfte und kann auf eine Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegt sein. Ein SFB, der an mehreren Hochschulen angesiedelt ist und von diesen gemeinsam beantragt wurde, wird als Transregio (TRR) bezeichnet. Der Fachbereich ist in zahlreiche zurzeit laufende SFBs und TRRs involviert und war erfolgreicher Akteur in einer Vielzahl von Anträge der JGU.

In Graduiertenkollegs wird der wissenschaftliche Nachwuchs besonders gefördert. Doktorandinnen und Doktoranden erhalten darin die Möglichkeit, ihre Forschung im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen und thematisch fokussierten Programms durchzuführen.

Die JGU ist Antragstellerin oder Mitantragstellerin

Hervorragend ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in Forschungsgruppen gemeinsam an einer besonderen Forschungsaufgabe, die nach ihrem thematischen, zeitlichen und finanziellen Umfang über die Förderungsmöglichkeiten im Rahmen der Einzelförderung des Normal- oder Schwerpunktverfahrens der DFG hinausgeht. Die Förderung von Forschungsgruppen soll helfen, für eine mittelfristige, meist auf sechs Jahre angelegte, enge Zusammenarbeit die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen. Forschungsgruppen tragen häufig dazu bei, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren.

Die JGU ist Antragstellerin oder Mitantragstellerin

Die JGU ist beteiligt

Schwerpunktprogramme bündeln überregionale Kooperationen. Innerhalb eines inhaltlich definierten Rahmens sind die Beteiligten frei in der Wahl des Themas, des Forschungsplanes sowie der Methoden. Schwerpunktprogramme werden eingerichtet, wenn die koordinierte Förderung für das betreffende Gebiet besonderen wissenschaftlichen Gewinn verspricht.

Die JGU ist beteiligt

mit jeweils mindestens einer Millionen Euro

mit jeweils mindestens 500.000 Euro

mit jeweils mindestens 750.000 Euro

Mit bis zu fünf Millionen Euro ist die Alexander von Humboldt-Professur der höchstdotierte Forschungspreis Deutschlands und holt internationale Spitzenforscherinnen und -forscher an deutsche Universitäten. Sie dient der Finanzierung einer Professur für die ersten fünf Jahre. Die Universitäten legen bei der Nominierung ein Konzept vor, wie sie die Professur über diesen Zeitraum hinaus langfristig finanzieren werden. Das Geld kann sehr flexibel eingesetzt werden. Meist fließt es vor allem in den Aufbau von Forschungsteams oder in die technische und räumliche Ausstattung. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

ERC Advanced Grants werden an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, um Projekte durchzuführen, die aufgrund ihres innovativen Ansatzes als hochriskant gelten, die genau dadurch aber erst neue Wege im jeweiligen Forschungsfeld eröffnen. Die Förderung erhalten nur Forscherinnen und Forscher, die bereits bedeutende Errungenschaften vorweisen können und die seit mindestens zehn Jahren auf international höchstem Niveau erfolgreich gearbeitet haben. Ausschlaggebend für die ERC-Förderung ist allein die wissenschaftliche Exzellenz der Forschenden und ihres Forschungsprojekts. Damit ist der ERC Grant auch als hohe individuelle Auszeichnung zu verstehen.

Der ERC Consolidator Grant ist eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen der EU für einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Europäische Forschungsrat fördert damit herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 7 bis 12 Jahre nach der Promotion. Zusätzlich zur wissenschaftlichen Exzellenz müssen die Antragstellerinnen und Antragsteller den bahnbrechenden Ansatz ihres Projekts und seine Machbarkeit nachweisen, um die Förderung zu erhalten. Die Förderdauer beträgt fünf Jahre.

Zielgruppe der ERC Starting Grants sind exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler am Beginn einer unabhängigen Karriere.

ERC Synergy Grants sind die am höchsten dotierte ERC-Förderung mit bis zu 10 Millionen Euro, in Ausnahmefällen bis zu 14 Millionen Euro für ein Projekt mit sechsjähriger Laufzeit. Insgesamt wurden in der diesjährigen Ausschreibung 37 Vorschläge angenommen. Die Mittel werden für bahnbrechende Pionierforschung an Gruppen von zwei bis vier Wissenschaftlern und ihren Teams vergeben. Die Förderung erhalten nur Forscher, die bereits wissenschaftliche Erfolge vorweisen können. Ausschlaggebend für die Förderung des ERC ist allein die wissenschaftliche Exzellenz der Forschenden und ihres Forschungsprojekts.

Prof. Dr. Dmitry Budker
Projekt „A Global Network for the Search for High Frequency Gravitational Waves (GravNet)“
Sprecherstandort: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Prof. Dr. Mathias Kläui
Projekt „Three-dimensional magnetization textures: Discovery and control on the nanoscale (3D MAGiC)“
Sprecherstandort: Forschungszentrum Jülich

Prof. Dr. Ferdinand Schmidt-Kaler
Projekt „Open 2D Quantum Simulator (Open-2QS)“
Sprecherstandort: Eberhard Karls Universität Tübingen

Das Emmy Noether-Programm eröffnet herausragend qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit, durch die eigenverantwortliche Leitung einer Forschungsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren die Voraussetzungen für eine Hochschulprofessur zu erlangen. Ein Projekt in diesem angesehenen DFG-Programm muss daher einen hohen wissenschaftlichen Anspruch erfüllen.

Projekt „Hadronische Beiträge zu Präzisionsobservablen und der Suche nach Neuer Physik“

Projekt „Baryogenese, Dunkle Materie und Neutrinos: Umfassende Analysen und präzise Methoden in der Teilchenkosmologie“

Projekt „TopMagIc: Topological Magneto-Insulatronics“

Der Fachbereich kooperiert im Bereich der Grundlagenforschung eng mit verschiedenen Forschungseinrichtungen. In zahlreichen
zukunftsweisenden Projekten profitieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Institute von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit.